Freiwilligen- oder Pflichtdienst?

Unser Vorstand zum Thema Pflichtdienst


Corona, Klimawandel und Inflation prägen unseren Alltag – und stellen neue Anforderungen an unseren Zusammenhalt. Es bedarf besonderer Anstrengung, um die Zivilgesellschaft widerstandsfähig zu machen – sowohl durch Stärkung des Einzelnen als auch durch die Förderung von Solidarität. Der Bundespräsident hat ein soziales Pflichtjahr vorgeschlagen und damit eine wichtige Debatte angestoßen.

Den Freiwilligendiensten geht es um Gemeinsinn sowie um Orientierung, Bildung und persönliche Weiterentwicklung – außerhalb der eigenen Komfortzone. Im In- und Ausland engagieren sich jährlich rund 100.000 Freiwillige im Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr, im altersoffenen Bundesfreiwilligendienst, im Internationalen Jugendfreiwilligendienst oder im entwicklungspolitischen Programm „weltwärts“. Überwiegend junge Menschen stellen sich in diesen Programmen aus freien Stücken in den Dienst der Gesellschaft. Es sind immerhin mehr als zehn Prozent der Schulabgänger*innen eines Jahrgangs bundesweit! Im IB sind das, gemeinsam mit den angeschlossenen Trägern, rund 14.000 Freiwillige, die sich in mehr als 4.000 Einsatzstellen engagieren - in der Regel für ein geringes Taschengeld, teilweise trotz Widerständen in der eigenen Familie und oft verbunden mit wenig Anerkennung.

Zum Freiwilligendienst gehört eine pädagogische Begleitung, die neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen auch den Erfahrungsaustausch mit anderen Freiwilligen und die Reflexion der eigenen Rolle fördert. Genauso wichtig ist aber die Freiwilligkeit selbst. Wenn der Einsatz für die Gemeinschaft eine bereichernde, selbstbestimmte Erfahrung ist, kann er sich nachhaltig positiv auswirken und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie das Verantwortungsbewusstsein der Freiwilligen gegenüber der Demokratie stärken.

Ein Pflichtdienst kann keine Option sein, solange das Potenzial der Freiwilligendienste nicht ausgeschöpft ist. Der IB wünscht sich, dass sich Menschen unabhängig von sozioökonomischem Status und finanzieller Ausstattung der Einsatzstelle für einen Dienst für die Gemeinschaft entscheiden können und sie besser über die vielfältigen Angebote der Freiwilligendienste informiert werden. In verschiedenen Initiativen und Gremien setzt sich der IB für die Attraktivität und Weiterentwicklung der Freiwilligendienste ein.

Zudem ist uns wichtig, dass die Freiwilligendienste mehr gesellschaftliche Anerkennung erfahren. Ein Beispiel ist die Forderung einer kostenfreien Nutzung des ÖPNV unter dem Motto #freiefahrtfuerfreiwillige – dieser wird beim jährlichen Aktionstag am 5. Dezember Nachdruck verliehen. Am 7. Deutschen EngagementTag (1. und 2. Dezember 2022) wird außerdem die verbändeübergreifende Plattform freiwillig-ja.de auf dem Markt der Möglichkeiten vorgestellt, die bundesweit über das Angebot der Freiwilligendienste informiert und für die der IB die Projektleitung übernommen hat.

Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des IB, 29.11.2022


IB Volunteers‘ Abroad Programs – IB VAP

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